Warum Zucker süchtig macht und wie Du reagieren solltest

Schokolade und Zucker

Ich schreibe diesen Artikel Anfang Januar. Anfang Januar bedeutet, dass Weihnachten gerade hinter mir liegt.

Weihnachten, das Fest der Liebe, der Besinnung, aber auch das Fest des Zuckers!

Das „Zuckerfest“ beginnt schon weit vor Weihnachten.

Bereits Ende September liegen die ersten Weihnachtsschokomänner in den Regalen der Supermärkte. Weihnachten ist da eigentlich noch weit entfernt.

Doch den Supermärkten ist das egal!

Die Marketingabteilungen der Schokoladenhersteller haben gute Tricks – und die funktionieren.

Die Weihnachtsmänner werden gekauft. Schleichend aber kontinuierlich und unaufhaltsam steigt der Zuckerkonsum der Verbraucher, also von uns allen.

Kurze Zeit später finden die Christstollen ihren Weg in die Regale der Discounter und Supermärkte und schließlich backen wir noch unsere eigenen Plätzchen.

Dann, im Dezember, öffnen die Weihnachtsmärkte ihre Tore. Sie verzaubern uns mit ihren süßen Düften, kandierten Früchten und jeder Menge Glühwein, natürlich gesüßt mit jeder Menge Zucker – also Kohlenhydraten.

Die Glühweinfalle!

Circa 80 Gramm Zucker stecken in einem Liter Glühwein. Das ist zwar nicht ganz so viel wie in einem Liter Cola – da sind es ungefähr 110 Gramm – aber allein diesen Wert zu betrachten täuscht.

Interessierst Du Dich für Kalorienangaben, dann aufgepasst: Durch den hohen Alkoholgehalt im Glühwein summieren sich die Kalorien auf etwa 180 Kalorien pro Tasse des heißen Stimmungsmachers. Bei einem Glas Cola sind es dagegen nur 84 Kalorien.

Quelle: https://www.extratipp.com/magazin/gluehwein-weihnachtliche-zucker-kalorienbombe-481827.html

Und nun im Januar sitzen die meisten Menschen da, schauen auf Ihren Bauch, den sie im letzten Monat bekommen haben, und grübeln. Der Bauch muss natürlich wieder weg!

Wie das funktionieren kann, weiß jeder: bewegen und dem Zucker entsagen!

Aber das mit dem Zuckerverzicht fällt vielen Menschen auf einmal so schwer!

Doch warum nur?

Ganze einfach: Zucker ist eine Droge und kann süchtig machen!

Dieser Artikel erklärt Dir, warum dies so ist, und gibt Dir die Antwort auf die alles entscheidende Frage:

Wie überwinde ich diese Sucht, dieses Verlangen nach Süßem, nach Zucker?

Und der Artikel kann Dir noch mehr bieten: Er gibt Dir konkrete Tipps zur Hand, um vom Zucker los zu kommen.

Nimm Dir also ein paar Minuten Zeit und lese weiter.

Zucker als Droge?

Experten sind sich uneinig, ob Zucker als Droge gesehen werden kann.

Fakt ist aber: Zucker kann Anzeichen einer Sucht auslösen! Ähnlich wie Kokain oder Heroin!
D
Zuviel Zucker kann Dich in eine Art Rausch versetzen. Und noch mehr: Dieser Zustand steigert Dein Verlangen nach noch mehr Zucker, nach immer mehr! Dies sind die ersten Anzeichen einer Sucht.

Ursachen der Sucht

Doch was passiert da eigentlich in Deinem Körper?

Alles hängt am Insulin.

So arbeitet Insulin

Unser Körper produziert das lebenswichtige Hormon Insulin in der Bauchspeicheldrüse.

Das Insulin ist wie ein Schlüssel. Es öffnet die Körperzellen und sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt.

In den Zellen wird der Zucker dann verbrannt und versorgt uns mit Energie.

Dieser Vorgang ist für den Menschen lebensnotwendig.

Die Bedeutung von Insulin

Durch den Transport des Zuckers aus dem Blut hinein in die Zelle sinkt gleichzeitig der Blutzuckerspiegel.

Dies ist für uns Menschen sehr wichtig, denn bleibt der Zucker im Blut, greift er unsere Nerven und Gefäße an.

Mit diesem Problem kämpfen Diabetes-Patienten. Mit verheerenden Folgen: zerstörte Blutgefäße können zu Erblindung führen, die Nieren zerstören und schließlich Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigen.

Bei Diabetes-Patienten gibt es zwei Typen. Menschen mit Typ-1-Diabetes haben einen angeborenen Insulinmangel und müssen das Hormon von außen zuführen.

Der zweite Diabetes-Typ entsteht, wenn eine Person ständig zu viel Süßes verzehrt und infolge dessen einen dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel hat.

Der Körper wird dann den hohen Wert als normal erachten. Als Folge dessen, wird es für das Insulin immer schwerer, in die Zellen zu gelangen.

Bildlich gesprochen ist der Schlüssel abgenutzt und kann die Zellen nicht mehr richtig öffnen. Man spricht dann auch von einer Insulinresistenz der Zellen.

Bei ausgewogener und natürlicher Ernährung funktioniert der Körper super: Langsam und gleichmäßig produziert die Bauchspeicheldrüse ihr Insulin. Das Hormon öffnet die Zellen und die Glukose kann verbrannt werden.

Vor allem das Gehirn bekommt so seine nötige und wichtige Energie. Und wenn die Zuckerzufuhr mal ins Stocken gerät, kein Problem. Dann kann der Körper seinen Zucker auch aus dem Leberspeicher gewinnen.

Für das eben beschriebene Szenario ist der menschliche Körper gebaut und vorbereitet. Doch nun kommt die Weihnachtszeit und das, worauf der Körper nicht vorbereitet ist:

Zu viel Zucker und eine Überproduktion von Insulin

Schokolade, Glühwein, Softdrinks – all diese Erfindungen des letzten Jahrhunderts kennt unser Körper, oder besser gesagt unsere Bauchspeicheldrüse, nicht.

Die Bauchspeicheldrüse produziert deshalb viel mehr Insulin als notwendig ist.

Daraus ergeben sich zwei wichtige Konsequenzen:

  1. Überschüssige Glucose, also Zucker, welcher nicht durch die Zellen in Energie umgewandelt werden kann, wird in Fettzellen transportiert und dort mit Hilfe von Wasser als Fett abgespeichert
  2. Der Blutzuckerspiegel sinkt plötzlich und unerwartet ab, da das Insulin in kurzer Zeit viel zu viel Glucose in die Zellen pumpt

Der erste Punkt macht dick. Zu viele Kohlenhydrate machen dick.

Der zweite Punkt hat vor allem Einfluss auf unseren Geist. Das Gehirn kommt mit dem gesunkenen Blutzuckerspiegel nicht gut klar, benötigt es doch eine dauerhafte und gleichmäßige Zufuhr von Zucker.

Die Folgen sind Müdigkeit, Nervosität und Konzentrationsmangel!

Glückshormone sorgen für einen Teufelskreis

Müdigkeit, Nervosität und Konzentrationsmangel gefallen dem Gehirn gar nicht! Also wird das Appetitzentrum im Hypothalamus aktiviert, welches dann noch mehr Zucker fordert!

Kommt der Zucker dann endlich, freut sich der Körper. Er schüttet dann nämlich Dopamin und Serotonin aus.

Beides sind körpereigenes Opeoid, im Volksmund auch Glückshormone genannt.

Dopamin ist für die Vorfreude zuständig, die positiven Erwartungen.

Serotonin ist für die Zufriedenheit und das Glück zuständig, nachdem der Zucker wirkt.

Doch dann dreht sich die Gemütslage, weil der Zucker plötzlich wieder weg ist. Es kommt zu einem Dopamin- und Serotoninmangel.

Dopaminmangel macht lustlos und antriebsschwach. Serotoninmangel macht unzufrieden, ängstlich und leicht reizbar.

Was macht man, um weiterhin glücklich zu bleiben?

Genau, man konsumiert noch mehr Zucker. Ein Teufelskreis.

Darum ist Zucker eine Droge – eine kurze Zusammenfassung

Das Zentrum für Gesundheit fasst das Thema Zucker und Droge sehr gut zusammen:

Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zuckersucht-ausstieg-ia.html (Abruf: 07.01.2017)

Symptome – so wirkt sich Zuckersucht aus

Wie wirkt sich die Zuckersucht im Detail aus, was sind ihre Sympthome?

Hier hast Du ein paar Beispiele:

  • Du bekommst plötzlich Heißhungerattacken nach Süßigkeiten, Eis oder Softdrinks
  • Ohne Zucker fühlst Du Dich einfach nicht mehr richtig wohl
  • Du kannst nicht mehr mühelos an der Eisdiele um die Ecke oder bei McDonalds und Co vorbei laufen – dein Verlangen, sofort diesen Laden zu betreten und etwas zu bestellen, ist riesig
  • Deine täglich Ernährung enthält viel zu viele zuckerhaltige Produkte
  • Du kannst Dich ohne Zucker nicht mehr richtig konzentrieren
  • Du bekommst ohne Zucker schlechte Laune
  • Kinder beginnen hyperaktiv zu werden

Verharmlosung?

All die oben genannten Informationen sind nichts Neues. Doch warum wird die Sucht nach Zucker so verharmlost?

Das Zentrum der Gesundheit hat auch dazu eine ganz klare Meinung:

Zuckersüchtige Kunden und Gewinnde der Lebensmittelindustrie

Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zuckersucht-ausstieg-ia.html (Abruf: 07.01.2017)

Wird die Zuckersucht also absichtlich von der Industrie gepusht?

Auch auf www.weltderwunder.de gibt es dazu Hinweise:

Macht der Zuckerindustrie

Auch Welt der Wunder hat eine klare Meinung zum Einfluss der Süßwarenindustrie, Quelle: https://www.weltderwunder.de/artikel/heimlicher-killer-wie-zucker-zur-toedlichen-droge-wird (Abruf: 07.01.2017)

8 Konkrete Tipps gegen den Zuckerwahn

Auch wenn die Süßwarenindustrie eine scheinbar große Macht und großen Einfluss auf Deine Ernährung hat, Du kannst es schafften und dem Zucker entkommen!

Was Du wirklich brauchst, sind konkrete Tipps, wie Du Deine Zuckersucht überwinden kannst. Und hier habe ich ein paar konkrete Empfehlungen für Dich:

#1: Schmeiße all die Schokolade weg!

Auch wenn es schwer fällt: Mache den ersten, radikalen Schritt und fange an!

Öffne den Süßigkeitenschrank und schmeiße all die Schokoladentafeln, Pralinen und Weihnachtsmänner in den Müll!

Öffne danach den Lebensmittelschrank und schmeiße Dein Fertig- und Mikrowellenessen weg!

Gehe jetzt in den Keller und entsorge all die Softdrinks: Cola, Limo und Eistee!

#2: Trinke viel Wasser!

Durst wird oft vom Körper falsch wahr genommen: nämlich als Hunger.

Hast Du also ein starkes Verlangen nach Süßem, dann trink erstmal ein Glas Wasser. Das beruhigt die Nerven und Du kannst Dich neu sortieren.
Trinke Wasser gegen die Zuckersucht

#3: Zum Mittag nur eine leichte Mahlzeit!

Esse zum Mittag nur etwas Leichtes und Natürliches, am Besten mit wenig Kohlenhydraten.

Durch eine leichte Mahlzeit vermeidest Du das gefürchtete Mittagstief.

Dadurch beugst Du zudem einem starken Verlangen nach Süßem am frühen Nachmittag vor. Erinnere Dich: Bei zu starkem Abfall des Blutzuckerspiegels spielt Dein Gehirn verrückt. Mit natürlichen Kohlenhydraten sinkt der Blutzuckerspiegel nicht so abrupt.

#4: Bei Heißhunger nach Süßem: Greife zum Obst!

Bei absolutem Heißhunger nach Süßem, greife zu Obst anstatt zur Schokolade!

Wo wir einmal beim Obst sind: Die natürlichen Ballaststoffe in Obst und Gemüse haben zwei entscheidenden Vorteile.

  • Sie machen sehr schnell satt
  • Sie stabilisieren den Blutzuckerspiegel und halten somit den Heißhunger auf Zucker im Zaun

Auch Obst hilft gegen Zuckersucht

#5: Verzichte auf Zucker im Kaffee!

Ganz wichtig: Trinke ab sofort Deinen Kaffee oder Tee nur noch schwarz, ohne Zucker!

Am Anfang ist das vielleicht noch etwas schwer, aber Du wirst Dich sehr schnell daran gewöhnen.

#6: Kaufe bewusst ein!

Kaufe Deine Lebensmittel bewusst ein! Verzichte auf Fertigprodukte und industriell hergestellten Zucker!

Lese die Inhaltsangaben auf den Verpackungen oder nutze eine App, um den Einkauf zu scannen und mit Alternativen zu vergleichen!

#7: Habe Spaß an Bewegung, statt dir Glücksgefühle durch Zucker zu verschaffen!

Die Devise lautet: Ersetze Zucker durch Bewegung und mit allem, was Du gerne machst!

Hier ein paar Anregungen, um auf natürliche Art und Weise Glückshormone zu erzeugen:

  1. Bewege Dich an der frischen Luft: Geh spazieren, fahre Rad, schwimme eine Runde oder laufe Dich glücklich!
  2. Höre Musik und steigere dadurch Dein Wohlbefinden!
  3. Treffe Dich mit Freunden – aber ohne Glühwein!

Laufen macht glücklich - ganz ohne Zucker

#8 Schlaf Dich aus!

Sorge für ausreichend Schlaf! Schlafmangel stört Deine Konzentration, macht schlapp und steigert das Verlangen nach Zucker.

Jeder Mensch tickt anders. Dennoch dient als Richtwert für den nächtlichen Schlaf: mindestens sieben Stunden Schlaf, besser sind aber acht Stunden. So beugst Du Stress vor, sorgst für Ausgeglichenheit und machst dich resistenter gegen Heißungerattacken auf Süßes.

Zusammenfassung

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meinen konkreten Tipps gegen die Zuckersucht helfen.

Der beste Schutz ist aber zu verstehen, was mit Deinem Körper bei einem übermäßigen Konsum von Zucker passiert.

Du musst wissen, wie Insulin arbeitet und welche Bedeutung Dopamin und Serotonin für Dein Wohlbefinden haben.

Wenn Du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, empfehle ich Dir die Quellen in meiner Infobox „Zum Vertiefen“.

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Zum Vertiefen (meine Quellen)

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zuckersucht-ausstieg-ia.html, Abruf 05.01.2017

http://www.evidero.de/gegen-das-verlangen-nach-zucker, Abruf 05.01.2017

http://www.stefanialou.com/ausstieg-aus-der-zuckersucht, Abruf 05.01.2017

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/macht-zucker-suechtig-100.html, Abruf 05.01.2017

https://www.flowgrade.de/blog/sugar-crash-warum-zucker-suechtig-macht, Abruf 05.01.2017

http://www.weltderwunder.de/artikel/heimlicher-killer-wie-zucker-zur-toedlichen-droge-wird, Abruf 05.01.2017

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker-als-droge-ia.html, Abruf 05.01.2017